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Gesundheit und Ernährung

Funktionelle Ernährung versus ...

... funktionelle Nahrungsmittel -
oder warum ist das mit dem Essen so kompliziert?

Verfasser: Dr. Herbert Bronnenmayer
Arzt für Allgemeinmedizin mit Schwerpunkt
Vorsorge- und Lebensstilmedizin
Initiator der 5+Ernährungsstrategie


Wir alle sind das Ergebnis von Ernährungskulturen über Jahrhunderte.
Die Ernährung vor 200 Jahren war noch etwas karger,
aber für die damaligen Verhältnisse "funktionell".
Unsere Vorfahren genossen 14 x mehr Vollkornprodukte, 5 x mehr Ballaststoffe,
3 x mehr Getreide, 2 x mehr Hülsenfrüchte und Obst.
Dagegen wird 75 % der heutigen Nahrungsenergie aus Fett,
Zucker und Weißmehl bezogen.

Herkömmliche Grundlebensmittel waren also "funktionell".
Die diskutierte und beworbene Anreicherung von Nahrungsmitteln ist schon
ein sprichwörtliches Armutszeugnis der derzeitigen Nahrungsmittel,
die zu 75 % bereits industriell verändert sind. (In den USA zu 95 % !!!)

Um diesen vorzubeugen sollen jetzt "funktionelle" Zusatzstoffe wie Probiotika,
Prebiotika, Mineralien, Omega-3-Fettsäuren, Enzyme, Ballaststoffe, Vitamine,
Aminosäuren etc. vor allem Milchprodukten, Softdrinks und Backwaren
zugesetzt werden.

Derzeitige Renner bei Functional Food :

* Probiotische Milchprodukte
* Folsäure in Frühstücksflocken für Schwangere
* Wellness - Drinks
* Brot mit Omega-3-Fettsäuren

Zugleich wird betont: "Functional Food" heisst nicht,
dass wir auf eine ausgewogene Ernährung verzichten können.
Ein abwechslungsreicher Menüplan mit viel frischem Gemüse und Früchten
ist das Wichtigste für unser Wohlbefinden.

Anstatt die Richtung der Ernährungsweisen zu korrigieren,
macht man sich daran, Symptome zu kurieren.
Dabei gibt es kleine Teilerfolge in bestimmten kleinen Segmenten,
jedoch eine große Differenz zwischen den wohlklingenden Versprechungen
der Produktwerbung und den wissenschaftlichen Nachweisen.

Zwischendurch eine von mehreren Begriffsdefinitionen
(es herrscht noch große Rechts - und Begriffsunsicherheit zu functional food):

Functional food ist jedes Lebensmittel, das zusätzlich zu seinem Nährwert
eine positive Wirkung auf die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit und
den mentalen Status eines Individuums ausübt. (Goldberg 1994)

Das Lebensmittelrecht verbietet eine gesundheitsbezogene Werbung, d.h. Aussagen,
die sich auf die Beseitigung, Linderung oder Verhütung von Krankheiten beziehen,
Aussagen die geeignet sind, Angstgefühle hervorzurufen oder auszunutzen oder
Schriften, die dazu anleiten, Krankheiten mit Lebensmitteln zu behandeln.

Somit entwickelt sich eine große Spannung zwischen neuen
wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Werbegesetzen.

Besonders die sekundären Pflanzenstoffe (bioaktive Substanzen)
haben gesundheitsfördernde Wirkungen.

Das hat die Weltgesundheitsorganisation dazu veranlasst,
den Verzehr von 5 - 9 Portionen Gemüse und Obst pro Tag zu empfehlen.
(Portion ist etwa eine Hand voll, Qualität ist sonnengereift -
frei von chemischen Belastungen - regional - zu 50 % roh).

Vitalstoffreiche und ausgewogene Ernährung hat für den Sportler grosse Bedeutung:

2 Beispiele dazu:

1. Sportliche Betätigung führt zu erhöhter Verbrennung im Körper und
damit zu einem Anfallen von mehr "Freien Radikalen".
Diese müssen sofort am Ort der Entstehung durch Antioxidantien abgefangen
werden, sonst entstehen Oxidationsprozesse, die auch gesundes Gewebe
angreifen und in der Folge zu schweren Schäden an
verschiedenen Organsystemen führen können.
Die schützenden Antioxidantien sind Vitamin A, C, E, Selen und andere.
Sie werden verbraucht und müssen gerade bei sportlichen Belastungen
beständig in ausreichender Menge zugeführt werden.
Sportliche Hochleistungen können die Produktion von Freien Radikalen
um bis zu 600 % steigern und damit auch den Bedarf an Antioxidantien.
So sind die 5 - 9 handvoll Gemüse und Obst hoher Qualität pro Tag
für den Sportler eine Forderung an der unteren Grenze.
Die Vitalstoffzufuhr durch Gemüse und Obst ist mit Vitaminpräparaten
nicht vergleichbar und dieser optimale Effekt durch isolierte Vitamine/
Mineralstoffe/Spurenelemente nicht erreichbar.
Mit den Pflanzen werden 10.000 derzeit bekannte Phytosubstanzen
mit einem ganzen Konzert an Wirkungen zugeführt.

2. Für gesunde Muskelentwicklung braucht der Körper Zufuhr von biologisch
gut verwertbarem Eiweiss.
Dies besteht aus einer Kombination von etwa 2/3 pflanzlichem und 1/3 tierischem Eiweiss.
Besonders bei erhöhter Zufuhr ist wieder Qualität gefragt und
die Sicherheit, dass nicht gleichzeitig sichtbare und versteckte Fette minderer Qualität
sowie Nahrungsmittelzusatzstoffe wie Aromen, Stabilisatoren, Emulgatoren,
Geschmacksverstärker, Hormone und weitere chemische Zusätze
aufgenommen werden.

Jeder gut informierte Konsument kann gesundheitsfördernd handeln,
indem er wieder mehr zu Grundlebensmitteln greift,
sich Zeit für Zubereitung und das Genießen nimmt und
Qualitätsbewusstsein beim Einkauf entwickelt.

Eines ist sicher:

Die Nahrungsmittel mit dem höchsten Vitalstoff/Mikronährstoffgehalt sind -
bezogen auf langfristige Gesunderhaltung - auch die preiswertesten.

Der Konsument mit zukunftsfähigem Ernährungsstil verwendet
gesundheits- und leistungsfördernde Lebensmittel mit folgenden Merkmalen:

1. überwiegend pflanzlich
2. ökologisch erzeugt
3. regional und saisonal produziert
4. bevorzugt gering verarbeitet
5. umweltfreundlich verpackt
6. fair gehandelt
7. schmackhaft zubereitet

Das mit dem Essen ist offensichtlich gar nicht so kompliziert und
der Körper kann mit vollwertigen Lebensmitteln
in Kombination mit entsprechender Bewegung
in Top-Form und "funktionell" gehalten werden.

Die besten Effekte werden erzielt, wenn auch die sonstigen Ernährungs- und
Trinkgewohnheiten verändert werden.

Unterstützend in diese Richtung wirken die Informationen der Kampagne 5 am Tag.

Haben Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Thema?
Schreiben Sie mir einfach eine Mail!

Wolfgang Pecher

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